Stundensatz berechnen: Rechner für Handwerksbetriebe
Stand: Oktober 2026
Keine Rechtsberatung. Dieser Text fasst die Regeln sachlich zusammen, ersetzt aber nicht die Beratung durch deinen Steuerberater oder Anwalt. Maßgeblich sind die Gesetze, die unten verlinkt sind.
Kurz gesagt
- Der Stundensatz muss alles abdecken: Löhne, Fahrzeuge, Miete, Versicherungen, Büro und am Ende einen Gewinn.
- Geteilt wird durch abrechenbare Stunden, nicht durch bezahlte. Urlaub, Krankheit und Fahrten bezahlst du, rechnest sie aber nicht ab.
- Das Ergebnis ist netto, ohne Umsatzsteuer.
Die Rechnung dahinter
Dieser Rechner nutzt die gängige Zuschlagskalkulation in einer einfachen Form:
Stundensatz = (Lohnkosten + Gemeinkosten) ÷ abrechenbare Stunden × (1 + Aufschlag für Gewinn und Wagnis)
Rechne für den ganzen Betrieb zusammen: die Lohnkosten und die Stunden aller, die auf Baustellen arbeiten, dich eingeschlossen. Dann bekommst du einen durchschnittlichen Stundensatz für den Betrieb.
Rechner
Die Zahlen sind Beispielwerte zum Ausprobieren, keine Durchschnittswerte aus dem Handwerk. Ersetze sie durch deine eigenen.
Dein Stundensatz (netto)
72,79 € pro Stunde
- Abrechenbare Stunden pro Jahr: 1.360
- Selbstkosten pro Stunde: 66,18 €
- Davon Gewinn und Wagnis: 6,61 €
Die Felder im Einzelnen
Lohnkosten
Rechne mit den Kosten, die du wirklich zahlst: Bruttolohn plus Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Auch dein eigener Lohn gehört hinein. Ohne ihn arbeitest du für den Betrieb, aber nicht für dich.
Gemeinkosten
Das sind die Kosten, die du hast, auch wenn gerade kein Auftrag läuft. Sieh in deine Buchhaltung der letzten zwölf Monate und addiere. Material, das du für einen bestimmten Auftrag kaufst, gehört nicht hierher, das stellst du dem Kunden extra in Rechnung.
Anwesenheits- und abrechenbare Stunden
Urlaub, Feiertage und Krankheit bezahlst du, aber du kannst sie nicht abrechnen. Darum teilst du durch die Stunden, die wirklich beim Kunden ankommen. Wie hoch dieser Anteil bei dir liegt, siehst du am ehesten an deinen Stundenzetteln. Wenn du ihn nicht kennst, ist das ein guter Anlass, ein paar Wochen genau mitzuschreiben.
Gewinn und Wagnis
Der Aufschlag ist dein Spielraum für schlechte Monate, Gewährleistung und neue Maschinen. Ohne ihn wirst du nie mehr als kostendeckend arbeiten.
Was das Ergebnis nicht kann
- Es ist ein Durchschnitt für den ganzen Betrieb. Eine Fachkraft mit Spezialwissen oder eine Hilfskraft hat einen eigenen Satz.
- Es ist ein Rechenergebnis, kein Marktpreis. Was Kunden in deiner Region zahlen, siehst du an deinen Angeboten und an dem, was Mitbewerber verlangen.
- Es ist netto. Ob du Umsatzsteuer ausweist, hängt davon ab, ob du Kleinunternehmer bist.
- Es ersetzt keine Betriebsberatung. Für belastbare Zahlen frag deinen Steuerberater oder deine Handwerkskammer.
Wo der Stundensatz in Kalkulo landet
Einmal eintragen, immer wieder nutzen
- Den Stundensatz hinterlegst du in Kalkulo einmal bei der Einrichtung, zusammen mit Logo, Firmendaten und Zahlungsbedingungen.
- Danach nutzt du ihn bei jedem Angebot, ohne neu zu rechnen.
- Mit der Nachkalkulation vergleichst du später, was du geplant hast mit dem, was tatsächlich gearbeitet wurde.
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